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Neubauten - "Oberländer Schelch"
Die Fischerzunft Würzburg ist eine der ältesten Standesorganisationen Deutschlands. Das hier herrschende Traditionsbewußtsein erlaubt keine Experimente mit Kunststoff oder Aluminium, wenn es um die seit altersher zum Fischen verwendeten Nachen geht. Der sog. Oberländer Schelch ist die lokale Variante eines uralten Bootstyps, wie er in zahlreichen Abwandelungen auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen seit der Zeit der Kelten und Römer benutzt wird.
 

Natürlich war es eine besondere Ehre, mit dem Neubau zweier dieser Boote betraut zu werden und der Auftrag hat uns Bootsbauern viel Freude aber auch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Zum einen war die Beschaffung von geeignetem Eichenholz von über 8m Länge recht schwierig, zum anderen bedingte die Aussicht auf nachträgliches Trocknen und Schwinden der Beplankung durch nur kurze Wasserliegezeiten der Boote Abweichungen von den ursprünglichen Baumethoden. Das war aus historischer Sicht nicht korrekt, aber handwerklich konsequent.
 

Die Boote sollten schließlich möglichst lange halten, denn niemand weiß, ob jemals weitere Neubauten auf Kiel gelegt werden.
Besonderer Dank gebührt dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven im Zusammenhang mit den technischen Vorbereitungen. Alle dort über diesen Bootstyp vorhandenen Aufzeichnungen wurden uns zur Verfügung gestellt und haben die Arbeit erheblich erleichtet.
 

Fotos bis hier: Landesmedienzentrum Rheinland, Stefan Arendt
 



Fotos ab hier: Stephan Honig